Wenn ein Großteil deiner Anfragen telefonisch reinkommt, sind Formulare und klassische Online-Conversions nur die halbe Wahrheit. Mit Google Ads Call Tracking kannst du endlich nachvollziehen, welche Kampagnen, Anzeigen und Keywords tatsächlich zu Anrufen führen – und dein Budget gezielt dort einsetzen, wo es wirklich klingelt.
Welche Call-Tracking-Arten gibt es in Google Ads?
Google unterscheidet bei Telefon-Conversions mehrere Quellen:
- Anruf direkt aus der Anzeige (Call Ads / Call Assets)
→ Nutzer ruft direkt aus der Suchanzeige an, ohne deine Website zu besuchen. - Klick auf Telefonnummer
→ Nutzer klickt auf deiner Website auf eine verlinkte Telefonnummer (Click-to-Call). - Anrufweiterleitung (Website Calls mit Google-Nummer)
→ Deine Nummer auf der Website wird nach einem Ads-Klick durch eine Google-Weiterleitungsnummer ersetzt.
Call Tracking Typ 1: Anruf aus einer Anzeige (Call Ads / Call Assets)
Hier ruft der Nutzer direkt aus der Anzeige an, ohne erst deine Website zu besuchen – z. B. über:
- Call Ads (früher „Nur-Anruf-Anzeigen“)
- Call Assets (Anruferweiterungen) oder Standort-Assets mit Telefonnummer
- Standort-Erweiterungen mit Telefonnummer
Mit aktiviertem Call Reporting nutzt Google hier Weiterleitungsnummern und kann diese Anrufe als Conversion erfassen.
Vorteile - Anruf aus einer Anzeige
Nutzer kann direkt aus den Suchergebnissen anrufen – ideal für mobile Nutzer
Besonders stark bei Notfall-/Service-Dienstleistungen (Schlüsseldienst, lokale Handwerksbetriebe usw.)
Detaillierte Call-Daten (Dauer, Zeitpunkt, Vorwahl, verbunden/nicht verbunden)
Conversion-Tracking wird direkt in Google Ads eingerichtet – GTM ist dafür nicht zwingend nötig
Nachteile - Anruf aus einer Anzeige
- Kein Website-Besuch – du siehst nicht, wie sich der Nutzer auf der Seite verhalten hätte
- Es muss sichergestellt sein, dass während der Anzeigenschaltung jemand erreichbar ist
- GTM spielt für das Call-Tracking hier praktisch keine Rolle
- Weiterleitungsnummern sind nicht dauerhaft deiner Marke zugeordnet
Google-Weiterleitungsnummern sind in der Regel Teil eines Nummernpools und können später anderen Unternehmen zugeordnet werden.- Speichert ein Nutzer die Telefonnummer aus deiner Anzeige im Handy und ruft erst am nächsten Tag oder später wieder an, kann es passieren, dass er bei einem anderen Unternehmen landet, dem diese Nummer inzwischen zugeteilt wurde.
- Umgekehrt kannst du Anrufe von Personen erhalten, die eigentlich ein anderes Unternehmen erreichen wollten, dessen frühere Weiterleitungsnummer jetzt deinem Konto zugewiesen ist.
Das sorgt für Verwirrung und ist aus Marken- und Service-Perspektive problematisch.
Fazit
Ideal, wenn dein absolutes Primärziel „Mehr Anrufe, weniger Klicks“ ist – aber mit klaren Implikationen für Marke, Erreichbarkeit und Nummern-Logik.
So richtest du Call Tracking Typ 1 in Google Ads ein
- Call Reporting aktivieren
- In Google Ads unter den Kontoeinstellungen die Anrufberichte/Call Reporting aktivieren.
- Call Ads oder Call Assets anlegen
- Entweder eine eigene Call-Kampagne erstellen
- oder in Suchkampagnen Call Assets (Anruferweiterungen) hinzufügen und deine Geschäftsnummer hinterlegen.
- Conversion-Aktion zuordnen
- Sicherstellen, dass die Conversion „Calls from ads“ aktiv ist oder eine eigene Call-Conversion dafür angelegt ist.
- Mindestdauer (z. B. 60 Sek.) und Zählweise festlegen.
- Monitoring
- Spalten für Anruf-Conversions, Anrufdauer etc. einblenden
- Kampagnen nach „Telefon-Conversions“ auswerten und Gebote/Budgets entsprechend optimieren
Call Tracking Typ 2: Klick auf die Telefonnummer (Click-to-Call)
Der Nutzer klickt auf deiner Website auf einen „tel:“-Link, z. B.:
Diesen Klick kannst du als Conversion zählen – entweder nur in Analytics (z. B. GA4) oder direkt in Google Ads als Conversion-Typ „Klicks auf Ihre Telefonnummer auf einer mobilen Website“.
Vorteile - Klick auf die Telefonnummer
- Sehr einfach umzusetzen – nur ein Klick-Event nötig
- Funktioniert ohne Google-Weiterleitungsnummer
- Ideal für erste Tracking-Schritte, wenn du schnell sehen willst, wie oft Nutzer auf „Anrufen“ klicken
- Plattformunabhängig – funktioniert auch, wenn du zusätzlich ein eigenes Call-Tracking-System nutzt
Nachteile - Klick auf die Telefonnummer
- Du misst nur den Klick, nicht den tatsächlichen Anruf
- Keine Infos zu Dauer, verpassten Anrufen, Region des Anrufers etc.
- Nutzer kann den Anruf abbrechen, bevor er aufgebaut wird – trotzdem wird der Klick als „Conversion“ gezählt
Fazit
Perfekt als Einstieg oder zusätzliche Kennzahl – für eine seriöse Bewertung der Telefon-Leads aber allein nicht ausreichend.
So richtest du Call Tracking Typ 2 (Click-to-Call) mit dem Tag Manager ein
Voraussetzung:
- In Google Ads existiert bereits eine Conversion-Aktion für „Klicks auf Telefonnummer“ (Typ 2)
- Du hast Conversion-ID und Conversion-Label zur Hand
Schritt 1: Trigger für Telefonklicks anlegen
- Im GTM zu „Trigger“ → „Neu“ gehen.
- Name: z. B. Click – Telefonlink (tel:).
- Trigger-Typ:
- „Nur Links“ (empfohlen) oder „Alle Elemente“, je nach Setup.
- Bedingung setzen:
- Click URL enthält tel:
- Trigger speichern.
Damit feuert der Trigger immer dann, wenn ein Nutzer auf einen Link mit tel: klickt.
Schritt 2: Google Ads Conversion-Tag für Click-to-Call anlegen
- Im GTM zu „Tags“ → „Neu“.
- Tag-Name: z. B. GAW – Conversion – Click-to-Call.
- Tag-Typ: „Google Ads Conversion Tracking“ wählen.
- Conversion-ID und Conversion-Label der Typ-2-Conversion aus Google Ads eintragen.
- Unter „Triggering“ den Trigger Click – Telefonlink (tel:) auswählen.
- Tag speichern.
Schritt 3: Setup testen
- Im GTM den Vorschau-Modus aktivieren.
- Deine Website im Debug-Modus öffnen.
- Auf eine verlinkte Telefonnummer klicken.
- Im Debug-Fenster prüfen, ob das Tag GAW – Conversion – Click-to-Call ausgelöst wird.
Wenn alles passt, kannst du die Änderungen im GTM veröffentlichen. Ab jetzt werden Klicks auf die Telefonnummer als Conversion in Google Ads gezählt.
Call Tracking Typ 3: Anrufweiterleitung (Website Calls mit Google-Nummer)
Bei Website Call Conversions nutzt Google eine Weiterleitungsnummer:
- Nutzer klickt auf eine Google Ads Anzeige und landet auf deiner Website.
- Deine echte Telefonnummer wird dynamisch durch eine Google-Weiterleitungsnummer ersetzt.
- Der Nutzer ruft diese Google-Nummer an, der Call wird an deine echte Nummer weitergeleitet.
- Erfüllt der Anruf deine Kriterien (z. B. Mindestdauer), wird er als Conversion gezählt.
Vorteile - Anrufweiterleitung
- Du misst echte Anrufe, nicht nur Klicks
- Du kannst eine Mindestdauer definieren (z. B. 30 oder 60 Sekunden) → bessere Lead-Qualität
- Genaue Zuordnung zu Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords
Auswertung zusätzlicher Call-Daten (Dauer, Zeit, Vorwahl etc.)
Nachteile - Anrufweiterleitung
- Funktioniert nur, wenn der Nutzer zuvor über eine Google Ads Anzeige auf die Website gekommen ist
- Weiterleitungsnummern sind nicht in allen Ländern verfügbar
- Bei vielen verschiedenen Telefonnummern auf der Website kann das Setup komplex werden
- Abweichende Telefonnummer auf der Website
Für das Tracking ersetzt Google deine Stammnummer durch eine eigene Weiterleitungsnummer:- Nutzer sehen nicht deine bekannte Hauptnummer, sondern eine andere Nummer aus dem Google-Pool.
- Das kann aus Marken- und Vertrauenssicht ungewohnt wirken und den Wiedererkennungswert deiner eigentlichen Nummer schwächen.
- Speichert ein Nutzer die Weiterleitungsnummer im Handy, ruft er künftig nicht deine echte Nummer, sondern die Tracking-Nummer an. Wird sie später einem anderen Unternehmen zugeordnet, können Rückrufe ins Leere oder bei einem anderen Anbieter landen.
Fazit
Die beste Wahl, wenn du wirklich verstehen willst, welche Google-Ads-Klicks zu wertvollen Telefonanrufen führen – mit dem Trade-off, dass eine andere Nummer angezeigt wird.
So richtest du Call Tracking Typ 3 (Anrufweiterleitung) mit dem Tag Manager ein
Voraussetzung:
- In Google Ads existiert eine Conversion-Aktion „Anrufe an eine Telefonnummer auf Ihrer Website“ (Typ 3)
- Du hast Conversion-ID und Conversion-Label
- Die Telefonnummer in der Conversion ist exakt so hinterlegt wie auf der Website (inkl. Leerzeichen/Klammern)
Schritt 1: Website-Call-Conversion in Google Ads prüfen
- In der Conversion-Aktion:
- Telefonnummer prüfen
- Mindestdauer (z. B. 60 Sek.) festlegen
- Als Implementierungsmethode „Google Tag Manager“ auswählen (falls nicht bereits getan)
Schritt 2: „Calls from website“-Tag im GTM anlegen
- Im GTM zu „Tags“ → „Neu“.
- Name: z. B. GAW – Website Call Conversion.
- Tag-Typ: „Google Ads Calls from website conversion“ auswählen.
- Folgendes eintragen:
- Conversion ID
- Conversion Label
- Displayed Phone Number to Replace → Telefonnummer exakt so, wie sie auf der Website angezeigt wird
- Trigger:
- häufig „All Pages“, wenn die Nummer z. B. im Header steht
- oder Pageview-Trigger nur für relevante Seiten (z. B. /kontakt/)
Tag speichern.
Schritt 3: Debug mit #google-wcc-debug
- GTM-Vorschau aktivieren.
- Die Seite mit der Telefonnummer aufrufen und an die URL #google-wcc-debug anhängen, z. B.:
https://www.deine-domain.de/kontakt#google-wcc-debug - Es erscheint ein Debug-Fenster für Website Call Conversions.
- Dort kannst du mit „Force“ testweise alle erkannten Telefonnummern durch Dummy-Nummern ersetzen und prüfen, ob deine Zielnummer korrekt erkannt und ausgetauscht wird.
Wenn alles sauber läuft, veröffentlichst du die Änderungen im GTM. Ab dann werden Anrufe über die Weiterleitungsnummer als Conversion gezählt.
Monitoring & Optimierung
Egal welcher Typ – ein paar Dinge solltest du immer tun:
- In Google Ads relevante Spalten einblenden:
- Conversions, Alle Conversions
- Bei Call-Typen: Anrufdauer, Startzeit, ggf. Anrufstatus
- Kampagnen nach Telefon-Conversions auswerten:
- Welche Keywords/Anzeigen liefern die meisten/werthaltigsten Anrufe?
- Gebote/Budgets entsprechend verschieben
- Regelmäßig prüfen, ob:
- Tags im GTM weiterhin sauber feuern (Änderungen am Theme/Code können Trigger zerschießen)
- Conversion-Zahlen zu deinem tatsächlichen Anrufaufkommen halbwegs passen
Für einen ersten Überblick ja – du siehst, wie oft Nutzer auf „Anrufen“ klicken.
Für eine saubere Bewertung der Lead-Qualität reicht das jedoch nicht, weil du nicht weißt, ob der Anruf zustande kam oder wie lang das Gespräch war.
Wer ernsthaft optimieren will, sollte mindestens Website Call Conversions mit Weiterleitungsnummer (Typ 3) ergänzen.
Nein, du hast drei Optionen:
Nur Click-to-Call tracken (Typ 2)
Ein externes Call-Tracking-Tool verwenden (und dessen Daten nach Google Ads importieren)
Oder eben die Google-Weiterleitungsnummern nutzen (Typ 1 & 3)
Wenn du möglichst viel direkt in Google Ads auswerten willst, sind die Weiterleitungsnummern oft der pragmatischste Weg.
Ja, Google Call Tracking (inkl. Weiterleitungsnummern) ist in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, verfügbar.
Die genaue Länderliste kann sich ändern – daher lohnt sich ein Blick in die aktuelle Google-Ads-Hilfe.
Das legst du in der jeweiligen Conversion-Aktion selbst fest.
Typisch sind 30 oder 60 Sekunden Mindestdauer, damit nur „echte Gespräche“ und nicht Fehlanrufe oder sehr kurze Testanrufe als Conversion gezählt werden.
Grundsätzlich ja, aber:
Das Standard-Setup von Google ist eher auf eine zentrale Nummer pro Seite ausgelegt.
Bei mehreren Nummern steigt der Konfigurationsaufwand (mehr Tags, differenzierte Trigger).
Bei komplexen Szenarien (viele Standorte/Abteilungen) kann ein spezialisiertes Call-Tracking-Tool die bessere Wahl sein.
Kurz-Checkliste:
GTM-Vorschau nutzen:
Klick auf Telefonnummer → löst das Click-to-Call-Tag (Typ 2) aus?
Seitenaufruf → feuert das Website-Call-Tag (Typ 3)?
#google-wcc-debugverwenden, um zu prüfen, ob Telefonnummern richtig erkannt und ersetzt werden.Test-Anrufe über echte Ads-Klicks durchführen.
In Google Ads nach einigen Stunden/Tagen prüfen, ob Call-Conversions eingegangen sind.